Wenn ein Kind kritisiert wird,
lernt es, zu verurteilen.
Wenn ein Kind angefeindet wird,
lernt es, zu kämpfen.
Wenn ein Kind verspottet wird,
lernt es, schüchtern zu sein.
Wenn ein Kind beschämt wird,
lernt es, sich schuldig zu fühlen.
Wenn ein Kind verstanden und toleriert wird,
lernt es, geduldig zu sein.
Wenn ein Kind ermutigt wird,
lernt es, sich selbst zu schätzen.
Wenn ein Kind gerecht behandelt wird,
lernt es, gerecht zu sein.
Wenn ein Kind geborgen leben darf,
lernt es, sich selbst zu mögen.
Wenn ein Kind in Freundschaft angenommen wird,
lernt es, in der Welt Liebe zu finden.
Diese tibetische Weisheit sollen sich alle, die mit Kindern zusammen leben oder arbeiten zu Herzen nehmen.
Willkommen im VTSO Blog
Willkommen im VTSO Blog
Als Non-Profit Organisation bauen wir im Kanton Solothurn das Angebot für Betreuungsplätze für Kinder in Tagesfamilien auf. Den einzelnen Einwohnergemeinden bieten wir Hand, kostengünstig und bedarfsgerecht Tagesbetreuungsplätze in ihrer Gemeinde zu schaffen.
Bei all unserer Arbeit und den Entscheidungen die wir fällen müssen, ist es uns ein Anliegen stets das Wohl des Kindes im Auge zu behalten. In diesem Blog berichten wir über unseren Alltag, um der Öffentlichkeit Einblick in unsere Arbeit zu geben.
Donnerstag, 29. September 2016
Kinder beobachten
Tageseltern lernen im Basiskurs im Schnelldurchlauf die Wichtigkeit der Beobachtung von Kindern und die wesentlichen Punkte. Dabei geht es nicht darum, dass Kind in ein Schema zu stecken und mit anderen zu vergleichen. Es gilt der Grundsatz, dass jedes Kind einzigartig ist. Jedes Kind entwickelt sich in seinem Tempo. Nicht alle Entwicklungen, welche das Kind macht, sind sofort von Auge ersichtlich.
Gründe für eine Beobachtung:
- Ein Kind zu beobachten heisst, das Kind zu beachten. Dies hat mit Wertschätzung gegenüber dem Kind zu tun.
- Das Kind soll das Interesse an ihm spüren. Durch das Interesse und der aufmerksamen Zuwendung der Tagesmutter wird der Selbstwert des Kindes gestärkt.
- Die Tagesmutter kann durch den bewussten Beobachtungskontakt eine intensivere und positive Beziehung zum Tageskind aufbauen.
- Das bewusste Hinsehen hilft, das Tageskind und seine Bedürfnisse kennen zu lernen. Besonders wichtig ist das bewusste Hinsehen daher in der Eingewöhnungsphase. Die Tagesmutter findet so einen guten Zugang zum Tageskind.
- Die Tagesmutter erkennt durch Beobachtungen, ob und wie sich Tageskinder und die eigenen Kinder miteinander vertragen.
- Veränderungen und Entwicklungen in der Persönlichkeit der Kinder können wahrgenommen werden.
- Die kindlichen Interessen und Bedürfnisse werden verstanden und die Tagesmutter kann Angebote und Anregungen dem Kind anpassen.
- Die Tagesmutter nimmt wahr, dass Kinder Situationen und Dinge anders deuten und darauf anders reagieren, als sie selbst als Erwachsene das tun.
- Spielmaterial und Spielumgebung, Wohnungseinrichtung und räumliche Ausstattung lassen sich besser darin beurteilen, ob sie angemessen und bedürfnisgerecht sind. Hier gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr! Auch wenn dies schwer umzusetzen ist, bei unserem Überfluss. Aber Kinder, welche zu viele Spielsachen haben, spielen schlecht. Interessant sind themenbezogene Spielmaterialien, z.B. eine Woche lang nur Naturmaterialien wie Steine, Holz usw.
- Die Tagesmutter kann sich leichter in Situationen der Kinder versetzen und deren Perspektive verstehen. Je nach Reaktionen der Kinder hat die Tagesmutter ihr erzieherisches Verhalten zu überdenken und allenfalls anzupassen.
- Die Tagesmutter lernt das Kind besser kennen: So werden auch die "guten" Eigenschaften eines Kindes wahrgenommen. Stehen doch im Alltag häufig die schwierigen Situationen im Vordergrund. Der Fokus sollte stets positiv sein. Ein Kind freut sich über ein Lob, noch mehr wenn dies unerwartet kommt. Wer lobt sein Kind oder Tageskind zehnmal im Tag? Es gibt so viele Möglichkeiten ein Kind zu loben.
- Beobachtungen ergänzen theoretisches Wissen mit praktischem Leben. Das Verständnis für die Welt aus Kinderaugen wird besser.
- Die Tagesmutter kann den Eltern Situationen und Entwicklungen schildern und diese so am Leben ihres Kindes während der Dauer bei der Tagesmutter teilhaben lassen. Die Eltern wollen wissen, wie es dem Tageskind bei der Tagesmutter ergangen ist. Besonders wichtig ist dies natürlich dann, wenn das Tageskind noch nicht selber erzählen kann. Wichtige Ereignisse hat die Tagesmutter immer den Eltern mitzuteilen. Ein guter Austausch zwischen den Eltern und der Tagesmutter ist sehr wichtig.
Was ist beim Beobachten einzuhalten (Regeln):
- Die Beobachtungshaltung soll immer Wertschätzung und Achtung für das Kind und dessen Leistung zum Ausdruck bringen.
- Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre. Diese ist zu respektieren.
- Beobachten heisst nicht beurteilen. Daher sollte nie vorschnell geurteilt und interpretiert werden. Es könnte sein, dass das Ganze nicht ersichtlich ist.
- Kleine Kinder im torsprachlichen Alter teilen sich vor allem durch Körpersprache mit. In diesem Alter muss also mehr auf die Körpersprache geachtet werden.
- Für die Beobachtung sollte sich eine Tagesmutter im Arbeitsalltag immer wieder bewusst Zeit nehmen. Nur so kann sich die Tagesmutter auf das genaue Hinsehen einlassen.
- Die Beobachtungen können als Tagebuchnotizen oder in einer Dokumentation pro Kind festgehalten werden.
- Die Tagesmutter soll nicht immer gleich eingreifen. Kinder können häufig das Problem selber lösen. Ein Konflikt kann auch einmal nur beobachtet werden.
- Während der Beobachtungsphase sollen die Kinder beim Spielen nicht beeinflusset werden, die Inputs sollen vom Kind kommen. Auch der Bewegungsdrang soll nicht eingeschränkt werden.
Gerne verweise ich an dieser Stelle auf die wunderbare "Tibetische Weisheit".
Literatur: Kibesuisse, Basiskursheft 2. Kinder brauchen BE-ACHTUNG, VTSO-Herbstkurs 2015
Sonntag, 18. September 2016
Entwicklung der Kinder
Im Basiskurs lernt eine Tagesmutter die verschiedenen Entwicklungsschritte eines Kindes und die dazugehörenden Bedürfnisse. Je nach Alter des Tageskindes muss sich die Tagesmutter auf verschiedenen Bedürfnisse einstellen. Jedes Kind macht seine Entwicklung durch in manchen Bereichen ist das Kind weiter und in anderen dafür weniger weit. Daher ist es wichtig, dass die Kinder untereinander nicht verglichen werden. Denn jedes Kind ist einzigartig und vieles liegt noch in der Norm.
Hier ein Überblick über die Schwerpunkte der Entwicklung der Kinder:
Literatur: Kibesuisse, Basiskursheft 2. Kinder brauchen BE-ACHTUNG, VTSO-Herbstkurs 2015
Hier ein Überblick über die Schwerpunkte der Entwicklung der Kinder:
Phase 1 / sein / orale Phase (mundbezogen) --> 0 bis 6 Monate
Die Bindung zwischen Kind und engen Bezugspersonen ist die wichtigste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung des Kindes. Wichtig ist, dass das Kind nicht zu häufig herumgeschoben wird. Konstanz der Bezugspersonen ist in den ersten Monaten sehr wichtig.
Entscheiden sich die Eltern für eine Betreuung bei einer Tagesmutter, so gibt es für das Kind neben den Eltern nur die Tagesmutter. In einer Kita dagegen, wechseln die Bezugspersonen je nach Einsatzplan.
Als körperliche Fähigkeiten gelten in diesem Altersabschnitt: Kopf heben, drehen, Bewegungen des ganzen Körpers, Kopf und Brust von der Unterlage abstützen, später sitzen.
Die Wahrnehmung entwickelt sich: Welt kennen lernen, auskundschaften mit allen Sinnen, alles in den Mund nehmen, schütteln, wegwerfen.
Kommunikation und soziale Fähigkeiten: Interesse an Gesichtern und menschlichen Stimmen. Bereits in diesem Altersabschnitt sollte mit den Kindern gesprochen werden.
Phase 2 / Entdecken und Erforschen --> 6 bis 18 Monate
Körperliche Aktivitäten: tun und handeln / neugierig sein, entdecken, aktiv sein ohne Verantwortung zu tragen. Sehr wichtig in diesem Alter ist das gute Umfeld, welches wesentlich zu einer positiven Lebensgeschichte beiträgt.
Selbständiges Fortbewegen: robben - kriechen - Vierfüsslergang - stehen - laufen. Das Kind entscheidet, wann es bereit ist zu gehen.
Sprechen können: Erste verständliche Wörter.
Fremdeln: Im Alter von 6 bis 8 Monaten ist das Fremdeln charakteristisch. Dies ist bei der Kinderbetreuung zu beachten. Kinder in der Fremdelnphase brauchen doppelt so lange, um sich auf eine neue Bezugsperson einzustellen. Wenn möglich ist in dieser Zeit keine neue Bezugsperson hinzuzuziehen.
Phase 3 / denken / anale Phase --> 18 Monate bis ca. 3 Jahre
Das Kind ist im Konflikt zwischen dem was es will und dem was es kann. Frustrationen und Wutausbrüche sind die Folge. Das Kind soll auch in diesen Gefühlen ernstgenommen werden. Das Kind ist auf eine liebevolle Beruhigung angewiesen. Das Kind kann seine Gefühle noch nicht ausgleichen. --> Trotzphase
Die Realität und die Traumwelt können noch nicht unterschieden werden.
Sprache: Die Sprache entwickelt sich immer mehr.
Parallelspiel: Die Kinder sitzen nebeneinander, jedes spielt für sich.
Körperliche Geschicklichkeiten: Treppensteigen, balancieren, springen, tragen, essen mit Löffel und trinken mit Tasse oder Glas.
Phase 4 / Phallische (Macht) - ödipale Phase (gegengeschlechtliche Liebe zum Elternteil) --> 3 bis 6 Jahre
Kindliches Denken: ICH-bezogen. Das Kind macht sich zum Massstab aller Dinge. Es kann sich nicht in andere Personen hineinversetzen und deren Blickwinkel einnehmen.
Sprache: Geschichten können noch nicht so erzählt werden, dass Aussenstehende sie verstehen. Das Kind ist sehr wissbegierig. "Warum- und Wie-Fragen" ohne Ende. Es liebt neue Wörter und erfindet eigene.
Gruppenverhalten: Ab 5 Jahren spielen Kinder häufig mit Freunden oder mit mehreren Kindern. Freunde gewinnen an Bedeutung. Abmachen nach dem Kindergarten ist hoch im Kurs.
Körperliche Fähigkeiten: Bewegungen werden sicherer. Das Leistungsbewusstsein entwickelt sich. Das Kind kann sich selber an- und ausziehen.
Sauber werden: Die Kinder werden sauber und trocken.
Magisches Alter: Das imaginäre und das reale Bewusstsein sind nicht so getrennt wie bei Erwachsenen.
Phase 5 / Wissen und Können --> 6 bis 12 Jahre
Ruhepause in der sexuellen Entwicklung. Diese ist heute jedoch schon vor 12 Jahren beendet. Physisches und psychisches passt häufig nicht zusammen bei grossen Wachstumsschüben.
Schulzeit: Lernen und Gelerntes umsetzen. Denkentwicklung, gedankliche Schlüsse ziehen und zunehmend den Gesetzen der Logik folgen. Schreiben lernen. Das Kind wird kritischer, da sich der Gerechtigkeitssinn entwickelt. Schuldruck und Leistungsdruck.
Distanzierung zu Eltern; Intimsphäre wird wichtig. Verantwortung übernehmen und Konsequenzen aus seinem Verhalten zu tragen.
Phase 6 / Autonomie und Sexualität --> 12 bis 18 Jahre (Pubertät)
Die Kinder stecken in einem inneren und äsuseren Chaos (Pubertät). Loslassen der Bezugspersonen. Die Loslösung kann für beide Parteien schmerzvoll sein. Die Eltern müssen darauf vertrauen, dass sie ihre Erziehung und Wertevermittlung gut gemacht haben und so den Kinder einen guten Grundstein mitgeben. Auch wenn der Einfluss der Eltern schwindet. Die Jugendlichen brauchen immer noch Leitplanken und sogar Grenzen. Diese sind aber neu zu setzen.
Wachstumsschübe und Veränderung der Körperproportionen.
Montag, 29. August 2016
Fahrzeuge als Werbeträger
Wahrnehmung des VTSO in der Öffentlichkeit
Der VTSO besteht nun schon über vier Jahre. Dennoch muss der Vorstand und die Geschäftsstelle immer wieder feststellen, dass der Verein und sein Angebot nicht so bekannt sind, wie wir es gerne hätten.Doch wie gewinnt der VTSO die Aufmerksam der Personen und wird in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Die Antwort darauf ist nicht einfach. Der Homepage-Auftritt alleine genügt nicht. Zwar wird der VTSO im Internet gefunden, wenn nach ihm gesucht wird. Zufällige Besucher der Homepage sind dagegen wohl selten.
Im Oktober 2015 startete der VTSO-Blog. Die Konkurrenz unter Blogger ist enorm. Tagtäglich werden so viele Texte ins Internet gestellt. Da mache ich mir nichts vor, denn wer soll all das bloss lesen?
Aufkleber
Der VTSO wollte sich an einem Ort vorstellen, wo nicht schon andere Unternehmungen anzutreffen sind. Da kam die Idee mit dem Aufkleber für ein Auto.Aufkleber: Ein einfacher Werbeträger. Bei mir wurden sofort Kindheitserinnerungen wachgerufen. Als Kind habe ich Kleber gesammelt und mit Freundinnen getauscht. Ich hatte Aufkleber in allen Formen und Farben. Die Meisten waren natürlich Werbeträger für eine Unternehmung mit schrillen Farben und guten Sprüchen.
Obwohl meine Kindheit etwas zurück liegt, sind Aufkleber auch heute noch als Werbeträger im Trend. Der VTSO sollte auch einen tollen Aufkleber haben. Schliesslich können wir vom VTSO das auch. Verschiedene Varianten wurden dann im Vorstand besprochen.
Schliesslich wurde auf der Geschäftsstelle ein Aufkleber entworfen: Homepage-Adresse und das Tagesfamilienlogo. Fertig. Schlicht und einfach mit allem Notwendige versehen. Die Homepage zum Abrufen weiterer Infos. Mit der heutigen Dichte an Mobiltelefonen sehr praktisch. Das Logo zur Wiedererkennung.
Die Aufkleber werden auf der Geschäftsstelle selber gedruckt. Die Assistentin erstellte ein paar Prototypen (gross, klein, weiss usw.). Nach der Auswahl plotterte sie dann die Aufkleber für die Mitarbeitenden.
Autoaufkleber des VTSO |
Fahrzeuge als Werbeträger
Natürlich habe ich auch einen Aufkleber auf meinen Kofferraum geklebt. Ich fahre damit Mehrheitlich in der Umgebung Solothurn und Grenchen herum. Manchmal werde ich auf die Tagesfamilien angesprochen. Dann habe ich die Möglichkeit den Leuten meinen Bezug zum VTSO und das Angebot einer Tagesfamilie zu erklären.
Auch andere Mitarbeitende bekennen sich mit dem Aufkleber zum VTSO. Gerne darf man nach den VTSO-Aufklebern Ausschau halten.
Donnerstag, 21. Juli 2016
Ferienzeit
Es ist Ferienzeit. Dies gilt auch für die familienergänzende Kinderbetreuung. Viele Kitas haben Betriebsferien. Aber was tun, wenn die Betriebsferien der Kita nicht mit den eigenen übereinstimmen?
Ferien beim VTSO
Beim VTSO macht nur die Geschäftsstelle über die Sommerzeit Betriebsferien (vom 25. Juli bis 7. August 2016). Die Tagesfamilien betreuen, je nach Vereinbarung mit den Eltern, auch während der Sommerferien.
Familien, welche das Tagesfamilienmodell zur Betreuung ihrer Kinder gewählt haben, sind bei der Ferienplanung sehr frei. Müssen diese auch keine Rücksicht auf die Schulferien nehmen, sind sie noch freier. Wie ist dabei vorzugehen?
Zu Beginn der Vereinbarung mit der Tagesmutter werden die Jahres-Ferien festgelegt. Während dem Jahr können die Eltern dann diese vereinbarten Ferientage irgendwann im Jahr beziehen. Wichtig dabei ist nur, die Ferientage mindestens vier Wochen vorher der Tagesmutter bekannt zu geben.
Diese Überbrückungslösung ist jedoch genügend im Voraus zu planen. Das Bedürfnis der Eltern ist verständlich, dennoch sehe ich selber diese Lösung eher mit gemischten Gefühlen: Jede neue Kindervermittlung stellt sowohl für die Vermittlerin und die Tagesfamilie einen Mehraufwand dar. Dieser Mehraufwand lohnt sich für den VTSO erst ab einer gewissen Dauer der Tagesfamilienbetreuung. Dauert die Kinderbetreuung aber nur zwei bis vier Wochen, rechnet sich der Mehraufwand kaum.
Zudem ist das Kindeswohl nicht aus den Augen zu verlieren. Jeder Betreuungswechsel stellt für ein Kind eine Stresssituation dar. Mit einer genügenden Eingewöhnung kann der Stress reduziert werden. Bei der Tagesfamilie als Zwischenlösung haben die Eltern dem Kind also genügend Zeit für die Eingewöhnung zu geben. Auch eine gewisse Regelmässigkeit mit der Tagesmutter ist sehr wichtig. Der Kontakt zwischen dem Kind und der Tagesmutter über die Betriebsferien der Kita hinaus für eine weitere Überbrückung wäre daher zu wünschen.
Ferienbezug der Tageskinder
Die Eltern müssen die Ferienabwesenheit ihres Kindes bei der Tagesfamilie mindestens vier Wochen im Voraus bekannt geben. Erfolgt die Abmeldung für die Ferien fristgerecht und entspricht diese den vereinbarten Jahres-Ferien, muss kein Betreuungsgeld entrichtet werden. Erfolgt die Abmeldung nicht fristgerecht oder werden über die vereinbarten Ferienzeiten hinaus, Ferien bezogen, ist das Betreuungsgeld trotz Abwesenheit des Kindes gemäss Betreuungsvereinbarung zu bezahlen (Betriebsreglement VTSO Nr. 7.2.6).Familien, welche das Tagesfamilienmodell zur Betreuung ihrer Kinder gewählt haben, sind bei der Ferienplanung sehr frei. Müssen diese auch keine Rücksicht auf die Schulferien nehmen, sind sie noch freier. Wie ist dabei vorzugehen?
Zu Beginn der Vereinbarung mit der Tagesmutter werden die Jahres-Ferien festgelegt. Während dem Jahr können die Eltern dann diese vereinbarten Ferientage irgendwann im Jahr beziehen. Wichtig dabei ist nur, die Ferientage mindestens vier Wochen vorher der Tagesmutter bekannt zu geben.
Überbrückung für Kita-Kinder bei einer Tagesfamilie
Die flexible Tagesfamilienbetreuung kommt auch Kita-Kindern zu Gute. Können oder wollen Eltern sich nicht an die Betriebsferien einer Kita richten, steht diesen als Zwischenlösung die Möglichkeit einer Tagesfamilienbetreuung offen. Dies wird von Eltern auch genutzt. Mittels einer befristeten Vereinbarung übernimmt eine Tagesfamilie die Kinderbetreuung für die Zeit während der Betriebsferien.Diese Überbrückungslösung ist jedoch genügend im Voraus zu planen. Das Bedürfnis der Eltern ist verständlich, dennoch sehe ich selber diese Lösung eher mit gemischten Gefühlen: Jede neue Kindervermittlung stellt sowohl für die Vermittlerin und die Tagesfamilie einen Mehraufwand dar. Dieser Mehraufwand lohnt sich für den VTSO erst ab einer gewissen Dauer der Tagesfamilienbetreuung. Dauert die Kinderbetreuung aber nur zwei bis vier Wochen, rechnet sich der Mehraufwand kaum.
Zudem ist das Kindeswohl nicht aus den Augen zu verlieren. Jeder Betreuungswechsel stellt für ein Kind eine Stresssituation dar. Mit einer genügenden Eingewöhnung kann der Stress reduziert werden. Bei der Tagesfamilie als Zwischenlösung haben die Eltern dem Kind also genügend Zeit für die Eingewöhnung zu geben. Auch eine gewisse Regelmässigkeit mit der Tagesmutter ist sehr wichtig. Der Kontakt zwischen dem Kind und der Tagesmutter über die Betriebsferien der Kita hinaus für eine weitere Überbrückung wäre daher zu wünschen.
Tageseltern und Ferien
Natürlich haben Tageseltern auch Ferien. Der Ferienanspruch ist im Betriebsreglement des VTSO Nr. 7.2.8 wie folgt geregelt: "Die Tageseltern haben Anspruch auf fünf Wochen freie Tage pro Kalenderjahr, entschädigt wird das gesetzliche Minimum von vier Wochen Ferien pro Kalenderjahr. Die Tageseltern haben die Dauer und den Zeitpunkt der Ferien und der planbaren Absenzen den Eltern und der zuständigen Vermittlerin mindestens vier Wochen im Voraus bekannt zu geben."
Tageseltern und Eltern vereinbaren die jährlichen Ferien am einfachsten gemeinsam. So kann auf alle Bedürfnisse eingegangen werden.
Tageseltern und Eltern vereinbaren die jährlichen Ferien am einfachsten gemeinsam. So kann auf alle Bedürfnisse eingegangen werden.
Schöne Sommerzeit
Damit sollte für die Sommerferien alles klar sein. Ich wünsche schöne Ferien und viele Stunden im Freien mit den Kindern: Beim Waldspaziergang, Velofahren, Schwimmen oder Strassenmalen.
Sonntag, 10. Juli 2016
Rückkehr an den Arbeitsplatz nach dem Mutterschaftsurlaub
Vergleich zu Frankreich
Der Coopzeitung (Nr. 24 vom 14. Juni 2016) ist zur Rückkehr von Mütter nach dem Mutterschaftsurlaub zu entnehmen:
- Bei Coop arbeiten 63,4 % Frauen, viele von ihnen haben schulpflichtige Kinder.
- Insgesamt arbeiten 42,5 % der Mitarbeitenden Teilzeit, bei den Frauen sind es 86,5 %.
- 75 % der Mütter kehren nach dem Mutterschaftsurlaub an ihren Arbeitsplatz zurück.
- Ihr Wunschpensum beträgt 40 bis 60 %.
- Eine Ausnahme bilden Grenzgängerinnen aus Frankreich; sie kehren nach der Geburt ihrer Kinder meist zu 80 bis 100 % zurück.
- Für Coop-Personalchefin Nadine Gelber zeigt dies: "Es ist entscheidend, ob in einem Land eine gute Infrastruktur für Mütter sowie das Selbstverständnis <ich bin Mutter und voll berufstätig> vorhanden sind."
Die Tabelle zeigt klar, unser Nachbarstaat Frankreich kann nicht nur besser Fussballspielen, nein er ist uns bei der familienergänzenden Kinderbetreuung um Nasenlängen voraus.
Verständnis zur familienergänzenden Kinderbetreuung
Während in Frankreich die Tagesbetreuung der Kinder an der Tagesordnung ist, wird in der Schweiz gezögert. Das Selbstverständnis für die familienergänzende Kinderbetreuung ist ganz anders. Um dies zu verdeutlichen, zitiere ich gerne aus dem Buch von Pamela Druckerman: Warum französische Kinder keine Nervensägen sind:
"Als ich meine Mutter anrufe, um ihr zu sagen, dass Bean von einer städtischen Kindertagesstätte aufgenommen wurde, entsteht eine lange Pause. "Eine Tagesstätte?", fragt sie schliesslich. Freunde aus der Heimat (Amerika) sind ebenfalls skeptisch. "So etwas käme für mich nie infrage", schnaubt eine Freundin, deren Sohn etwa in Beans Alter ist. "Ich möchte, dass er etwas mehr individuelle Aufmerksamkeit bekommt."
Aber als ich meinen französischen Nachbarn erzähle, dass Bean in die crèche aufgenommen wurde, wie die Kindertagesstätte hier auch genannt werden, gratulieren sie mir, und es fehlt nicht viel, dass sie die Champagnerkorken knallen lassen."
Der kurze Ausschnitt ist Sinnbild für die verschiedenen Einstellungen und zwar nicht von Einzelnen sondern einer ganzen Bevölkerung.
"Als ich meine Mutter anrufe, um ihr zu sagen, dass Bean von einer städtischen Kindertagesstätte aufgenommen wurde, entsteht eine lange Pause. "Eine Tagesstätte?", fragt sie schliesslich. Freunde aus der Heimat (Amerika) sind ebenfalls skeptisch. "So etwas käme für mich nie infrage", schnaubt eine Freundin, deren Sohn etwa in Beans Alter ist. "Ich möchte, dass er etwas mehr individuelle Aufmerksamkeit bekommt."
Aber als ich meinen französischen Nachbarn erzähle, dass Bean in die crèche aufgenommen wurde, wie die Kindertagesstätte hier auch genannt werden, gratulieren sie mir, und es fehlt nicht viel, dass sie die Champagnerkorken knallen lassen."
Der kurze Ausschnitt ist Sinnbild für die verschiedenen Einstellungen und zwar nicht von Einzelnen sondern einer ganzen Bevölkerung.
Kanton Solothurn
In den letzten Jahren ist im Kanton Solothurn einiges für die familienergänzende Kinderbetreuung unternommen worden. Kitas wurden errichtet von 29 im Jahr 2002 auf 59 im Jahr 2015. Dabei vermehrten sich die Betreuungsplätze in den Kitas von 570 im Jahr 2002 auf 1239 im Jahr 2015 (Schlussbericht von ECOPLAN vom 21. März 2016 zur Familienergänzenden Kinderbetreuung für den Vorschulbereich im Kanton Solothurn, s. 16). Der Verein Tagesfamilien Kanton Solothurn (VTSO) wurde mit Hilfe des Kantons Solothurn im Jahr 2012 gegründet. Dieser beschäftigte im Jahr 2014 82 Tagesfamilien.
Dies zeigt, dass die familienergänzende Kinderbetreuung bei der Bevölkerung von Solothurn gefragt ist. Die Nachfrage ist aber sehr von der Region abhängig und natürlich in den Städten Solothurn, Olten und Grenchen am höchsten.
Bei allem Einsatz für die familienergänzende Kinderbetreuung ist jedoch fraglich, ob das Verständnis wie in Frankreich je erreicht wird.
In eigener Sache
Es stellt sich die Frage, wollen wir überhaupt? Nach dem Mutterschaftsurlaub wieder zurück an die Arbeitsstelle ja sicher. Aber zu 80 bis 100 %?
Da zögere ich selber. Ich bin Mutter und Arbeite gerne. Ich hätte mir aber nicht vorstellen können, nach dem Mutterschaftsurlaub mehr als 50% zu arbeiten.
Meiner Meinung nach ist halt das Mami doch "das Beste für das Kind". Wieso weiss ich auch nicht. Schliesslich sind die Erzieherinnen in Kitas oder die Tagesmütter speziell für die Kinderbetreuung ausgebildet worden. Ich denke, das ist eben so eine Gefühlssache, Mutterinstinkt oder Prägung der Natur.
Vielleicht steht die nächste Generation wieder anders dazu. Schliesslich hätte meine Mutter nie im Traum daran gedacht, uns Kinder familienergänzend Betreuen zu lassen.
Samstag, 9. Juli 2016
Arbeitgeber: Mitunterstützung bei der familienergänzenden Kinderbetreuung
Coop unterstützt Mütter
In der Coopzeitung (Nr. 24 vom 14. Juni 2016) las ich kürzlich eine sehr interessante Tabelle zum Thema "Coop unterstützt Mütter". Der Tabelle ist kurz zusammengefasst zu entnehmen, dass Coop vielen Müttern die Möglichkeit einer Teilzeitstelle bietet. Coop unterstützt mit dem Projekt "Child Care" Mitarbeitende mit tiefen Löhnen bei der familienergänzenden Kinderbetreuung mit bis zu CHF 600 pro Monat.
Zum Nachahmen empfohlen
Coop zeigt es vor. Mit dem Projekt "Child Care" unterstützt er Familien, welche auf eine familienergänzende Kinderbetreuung angewiesen sind.
Natürlich gibt es auch viele andere Arbeitgeber, welche ihre Mitarbeitenden bei der familienergänzenden Kinderbetreuung unterstützen. Die Unterstützung ist jedoch nicht immer gleich. Das Modell von Coop ist gleich mehrfach als Vorbild zu nehmen.
Projekt für die Unterstützung
Mit dem Projekt "Child Care" ist die Unterstützung der Mitarbeitenden nicht vom Chef oder Vorgesetzten abhängig. Viele berufstätige Eltern wollen nicht, dass ihr Chef weiss, dass ihnen der Lohn nicht ausreicht.
Die Vermittlerinnen des VTSO erklären den Eltern immer wieder, dass sie bei ihrem Arbeitgeber um Unterstützung nachfragen sollen. Aus Scham wird dies jedoch nicht gemacht. Gerade diejenigen mit tiefen Löhnen befürchten, dass sie als unzufriedene Arbeitnehmer angesehen werden.
In dem Arbeitgeber von sich aus bekannt geben, dass sie ihre Mitarbeitenden bei der familienergänzenden Kinderbetreuung unterstützen, ersparen sie diesen das "Betteln". Zudem steht die Unternehmung als familienfreundlicher Betrieb da, was von Arbeitnehmenden geschätzt wird.
Klar ist, dass ein kleines Unternehmen nicht ein eigenes Projekt für die Unterstützung der familienergänzenden Kinderbetreuung ihrer Mitarbeitenden unterhalten kann. Kommt das Angebot für auch eine kleine Mitfinanzierung vom Chef, fühlt sich das aber immer anders an, als wenn darum ersucht werden muss.
Einkommensabhängige Unterstützung
Nicht alle mitarbeitenden Eltern sind gleich auf die Unterstützung für die familienergänzende Kinderbetreuung angewiesen. Daher macht es Sinn, wenn je nach Lohn ein finanzieller Beitrag festgelegt wird.
Dieser Beitrag sollte die gesamte Einkommenssituation der Familie und natürlich die finanzielle Situation des Unternehmens berücksichtigen. Nicht alle Unternehmen können sich Beiträge bis CHF 600 leisten.
Dieser Beitrag sollte die gesamte Einkommenssituation der Familie und natürlich die finanzielle Situation des Unternehmens berücksichtigen. Nicht alle Unternehmen können sich Beiträge bis CHF 600 leisten.
Alle familienergänzenden Kinderbetreuungs-Modelle gleich behandelt
Viele Arbeitgeber unterstützen ihre Mitarbeitenden bei der familienergänzenden Kinderbetreuung. Einige haben eine eigene Kita, andere unterstützen eine Kita im Dorf. Dies ist sehr grosszügig.
Aber nicht alle Kinder finden in der Kita am Wohnsitz des Arbeitgebers einen Platz resp. ist dieser Platz vielleicht nicht geeignet. Da gibt es Kinder, welche sich in einer Kita nicht einordnen können. Oder diejenigen, welche bereits in den Kindergarten oder in die Schule gehen.
Für Kinder, welche die Kita nicht das richtige Betreuungsmodell ist, da sie eine familiäre Umgebung benötigen, sind Tagesfamilien eine bessere Wahl. Kindergarten- und Schulkinder benötigen eine Betreuung an ihrem Wohnort.
Ist die Unterstützung der Arbeitgeber auf eine Kita beschränkt, kommen nur diejenigen in Genuss, welche dort einen Betreuungsplatz finden. Ob dies für das Kind die richtige Lösung ist, wird dabei meist ausgeblendet.
Ist die Unterstützung der Arbeitgeber auf eine Kita beschränkt, kommen nur diejenigen in Genuss, welche dort einen Betreuungsplatz finden. Ob dies für das Kind die richtige Lösung ist, wird dabei meist ausgeblendet.
Werden jedoch die Mitarbeiter direkt unterstützt, so können diese wählen, welches familienergänzende Kinderbetreuungsangebot das richtige ist. Dabei kann das Kindeswohl berücksichtigt werden.
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